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Bindungsanalyse trifft Integrative Babytherapie
Dr. Ursula Volz-Boers (D)


In der Bindungsanalyse geht es um die Förderung der emotionalen Beziehung und Bindung zwischen Mutter, Kind und Vater schon während der Schwangerschaft. Wie kann das gehen? Das vorgeburtliche Kind schickt Mitteilungen im Kontakt mit seiner Mutter und seinem Vater. Und Mutter und Vater schicken Mitteilungen an das Kind. Die Mutter kann die Bewegungen ihres Kindes erspüren, erlauschen und spiegeln, indem sie hörbar sagt: „Du turnst gerade lebhaft in meinem Bauch herum. Freust Du Dich, dass ich jetzt Zeit und Ruhe habe für Dich und mich?“ Oder: „ Du hörst Papas Stimme. Er kommt von der Arbeit. Ich merke, wie Du aufwachst. Gleich ist Papa bei Dir.“ Und wenn der Vater kommt, seine Hand streichelnd auf den schwangeren Bauch legt und sagt: „Hallo, mein Schätzchen, ich bin wieder bei Dir“, dann  berichtet der Vater, wie er die stupsenden Bewegungen des Kindes gegen seine Hand spürt. Oder die Mutter merkt, dass das Kind sich seit zwei Tagen weniger bewegt und sagt: „Ich hatte so viel zu tun und habe vergessen, an Dich zu denken. Jetzt bin ich wieder für Dich da und möchte dich spüren.“ Oft beginnt das Kind dann wieder, sich lebhafter zu bewegen.

 

Für derartige Feinwahrnehmungen brauchen die Erwachsenen ein gutes Gefühl für ihren eigenen Körper, um die Körperbewegungen und Verfassungen des Kindes spüren und spiegeln zu können. Im Workshop werdet Ihr mehr darüber erfahren, wie Körperempfindungen zu fördern sind, über welche Kanäle  Bewegungen, Stimmen und emotionalen Botschaften laufen, warum die von den ungarischen Psychoanalytikern Hidas und Raffai entwickelte Bindungsanalyse eine Frühprävention gegen schwere psychosomatische und seelische postnatale Krankheiten sein kann, wie die Bindungsanalyse praktisch durchgeführt wird, und dass sie ermutigende Ergebnisse zeigt: Statt einer durchschnittlichen Häufigkeit von Frühgeburten in einer Höhe von 8% in Deutschland liegt die Rate der Frühgeborenen nach Bindungsanalyse bei bisheriger Prüfung unter 1 %; statt etwa 15 % Schwangerschaftsdepressionen leiden weniger als 1% der Frauen in Bindungsanalyse an prä- oder  postnatalen Depressionen. Zusätzlich zu den Informationen über die Bindungsanalyse werde ich praktische Übungen für daran interessierte TeilnehmerInnen anbieten. Ich freue mich darauf.


Babykörpersprache der pränatalen Lebenszeit
Mathew Appleton (GB)


Die frühe Bindung zum Neugeborenen ist sehr empfindlich und kann leicht durch pränatalen Stress oder Geburtstrauma gestört werden. Anhand von sogenanntem „Erinnerungsschreien“ und eine universellen „Babykörpersprache“ berichten die Babys später über diese Erfahrungen. Anders als bei dem bedürfnisbasierten Schreien“, wie etwa dem Schreien aufgrund von Hunger oder Unwohlsein, teilt das Baby durch sein „Erinnerungsweinen“ etwas über diese prä- und perinatalen Verletzungen mit. Die begleitende „Babykörpersprache“ besteht aus  spontanen, unwillkürlichen, aber gleichwohl bedeutsamen Gesten des Säuglings, die uns helfen das Trauma des Babys zu identifizieren und empathisch darauf einzugehen. Wenn es Eltern nicht gelingt diese spezifische Körpersprache ihrer Babys zu erfassen, stehen sie dem untröstlichen Schreien ihrer Babys oiftmals verzweifelt und hilflos gegenüber. Zudem fühlen sich die Babys in ihrem Leid unverstanden und es gelingt ihnen nicht den belasteten Zustand aus eigener Kraft zu verlassen. In dieser Veranstaltung wird der englische Babytherapeut Matthew Appleton zeigen, wie er Eltern darin unterstützt, dass sie die Ausdrucksprache ihres Babys so verstehen lernen, dass gesunde Koregulation und Bindung möglich wird.

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BINDUNGSFESTIVAL 2019

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